Torremolinos 73

TV-Tipps: Sexy Sportclips aus Spanien

jens-wiesner
Jens Wiesner

Unsere TV-Tipps vom 26. Oktober bis 1. November von Jens Wiesner

Ich kann‘s nicht mehr hören, dieses elitäre „Ich habe ja keinen Fernseher mehr“-Getue. Bullshit! Im TV laufen richtig geile Sachen. Man muss nur tief graben. Here you go:

Montag, 26.10.: Torremolinos 73, ab 20:15 Uhr auf Tele 5

Sex sells. Das weißt du, das wissen wir – und die Vertreter vom Montoya-Verlagshaus, die wissen das auch. Deshalb wollen sie neben ihrer langweiligen Franco-Enzyklopädie (wir befinden uns im Spanien der 1970er) neuerdings auch mit … ähem … aufklärenden Lehrfilmchen für den skandinavischen Markt punkten.

Weil ihnen aber noch das Personal fehlt, setzen sie ihrem erfolglosen Vertreter Alfredo die Pistole auf die Brust. Entweder er und seine Ehefrau Carmen sorgen höchstpersönlich für heißes Material, oder die Kündigung droht.

Sex Tape, Zack & Miri make a Porno, Nacktschnecken, Dirty Movie – Pornodreh-Komödchen gab es in letzter Zeit so einige. Aber diese spanisch-skandinavische Co-Produktion von 2003 liefert gleich zwei Gründe, warum du sie nicht verpassen solltest. 

1. Versteckt sich in ihr eine Verbeugung vor dem großen Ingmar Bergman, dessen Drama „Die Zeit mit Monika“ von 1953 bei uns als billiger Softporno vermarket wurde („Neunzehn und Ungezogen: Monika, die Geschichte eines gefallen Mädchens“). 

2: Mads „Sexy Cheekbone“ Mikkelsen! Noch Fragen?

Dienstag, 27.10.: 5 Broken Cameras, ab 23:50 Uhr, MDR

„5 Broken Cameras“ ist eine Dokumentation, die mit Vorsicht zu genießen ist, aber dennoch unbedingt genossen werden sollte. Gerade weil sie subjektiv ist, gerade weil sie mit objektiver Berichterstattung nichts am Hut hat. 

Sämtliche Filmaufnahmen stammen vom Palästinenser Emad Burnat, der mit seinen Videokameras jahrelang die Grenzkonflikte zwischen seinem Dorf und den heranrückenden israelischen Siedlern und Soldaten gefilmt hat. Es fliegen Steine, es fließt Blut, Personen werden aus ihren Häusern vertrieben, am Ende sterben Menschen. 

Eine Doku für alle, die den Hass verstehen wollen.

Mittwoch, 28.10.: Aufschneider, ab 20:15 Uhr, 3Sat

„Der Krebs hat Spaß, das sieht man!“ raunt Professor Doktor Fuhrmann (Josef Hader) seiner Kollegin gleich zu Filmbeginn zu, während er über einem Mikroskop brütet und anerkennend befindet: „Eigentlich ist das ein total schöner Krebs.“ 

Wem die heile Welt der „Schwarzwaldklinik“ zuwider ist, wird „Aufschneider“ lieben: Tiefschwarzer Humor aus österreichischen Landen. Glücklicherweise werden beide Teile hintereinander gesendet!

Donnerstag, 29.10.: Herr Hesselbach und das Juwel, ab 23:20 Uhr, HR

Ja, wo babbelnse denn? Ja, wo babbelnse denn? Die Hesselbachs waren DIE Fernsehfamilie der frühen Bundesrepublik. Sprich: Familie Heinz Becker in noch prüder. Von den Einschaltquoten kriegen die Produzenten von heute aber feuchte Augen: 93 Prozent saßen in der Spitze drin! In dieser Folge von 1967 ist „Babba“ Hesselbach einem Juwelendieb auf der Spur.

Freitag, 30.10.: Django, ab 22:25 Uhr, Servus TV

Nix unchained, einfach Django. Hier sehr ihr, woher sich Quentin Tarantino die Inspiration zu seinem Western geholt hat, der einen gewissen Herrn Waltz aus dem ZDF-Vorabendprogramm direkt nach Hollywood katapultiert hat. Böser schwarzer Humor gepaart mit einer (für 1966) extremen Brutalität. 

Für alle Cameo-Freaks: Achtet auf Franco Nero, der hier den Django spielt. Bei Tarantino taucht er kurz als Sklavenbesitzer auf.

Samstag, 31.10.: Die gefährlichsten Schulwege der Welt, ab 18:00 Uhr, Arte

Weißt du noch, als dir der doofe Martin immer heimlich Kakao in den Schulranzen gekippt hat? Auf Arte kannst du dich an die Bewältigung deines Traumas machen!.

Diese Doku-Reihe begleitet Kinder aus der ganzen Welt auf ihrem Schulweg. Klingt langweilig? Nicht für die Schüler der Tarahumara- Indianer aus Nordmexiko. Die müssen eine rutschige Schlucht passieren und einen reißenden Gebirgsfluss überqueren, um ihre Schule auf einem Tafelberg zu erreichen. 

Dann doch lieber das mit dem Kakao.

Sonntag, 1.11.: Auf Achse: Nur eine kleine Verwechslung, ab 15:50 Uhr auf EinsFestival

Die Amis hatten das A-Team, Michael Knight und McGyver. Und wir? Hatten Günther Willers und Franz Meersdonk! Zwei LKW-Fahrer, zuhause in ihren Maschinen, unterwegs auf den Straßen zwischen München und Teheran. 

Ja, die TV-Helden meiner Kindheit retteten die Welt weder vor gemeingefährlichen Bösewichtern, noch verfügten sie über besondere Superkräfte. Sie fuhrenTerminfracht! Und ihre bestechendste Eigenschaft verkündete eine Erzählerstimme zu Beginn jeder Folge: „Auf sie ist Verlass!“ Rock‘n‘Roll, Baby!

Guckst du noch lineares TV?

Teilen Teilen
Titelbild via MFA

Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Couching, in dem sich alles um Serien, Filme, Games und dein geliebtes Sofa dreht! So wie in diesen Artikeln: