Warum du dir Big Bang Theory nicht weiter angucken musst

Als Big Bang Theory 2009 zum ersten Mal über deutsche Fernsehbildschirme flimmerte, war ich begeistert! Endlich eine Serie, die keine gestählten Schönlinge oder fiesen Aufreißer feiert, sondern die Männer, die mein Herz höher schlagen lassen: Nerds! 

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Nach achteinhalb Staffeln ist von meiner anfänglichen Liebe jedoch nicht mehr viel übrig und ich kann dir auch genau verraten, wieso. 

Leonard bleibt ein Fußabtreter

Dr. Leonard Leakey Hofstadter – also, wenn das nicht über die Zunge rollt! Ich war von Anfang an in Leonard verknallt: Er ist intelligent, einfühlsam und der beste Freund, den man sich wünschen kann.

Vier Staffeln lang wartete ich darauf, dass dem unsicheren Leonard endlich klar wird, wie viel er eigentlich zu bieten hat – vergebens. 

Selbst jetzt – als Pennys Ehemann – soll er permanent „dankbar“ für seine Frau sein und das nur, weil sie vermeintlich zu hübsch für ihn ist. Das soll ein Traumpaar sein? I doubt it! 

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Penny brauchte erst einen neuen Haarschnitt

Penny hatte immer nur eine Rolle: Die erfolglose, sexy Schauspielerin, über deren Alkoholprobleme alle herzlich lachten und deren erfüllendes Sexleben permanent für Witze auf Leonards Kosten benutzt wurde. 

Entwicklungspotenzial schienen die Produzenten für sie nie zu sehen: Sie haben sich nicht einmal die Mühe gemacht ihr einen Nachnamen zu geben!

Und dann entschied sich Kaley Cuoco-Sweeting zur achten Staffel, ihre Haare abzuschneiden.

Von einen Tag auf den anderen bekommt Pennys Rolle jetzt einen festen Job, bei dem sie gut verdient, entscheidet sich, Leonard zu heiraten und lernt lieber Fakten, als in Las Vegas die Sau rauszulassen. 

Was so ein emanzipatorischer Haarschnitt doch alles verändern kann ... 

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Raj muss für immer der Loser bleiben

Irgendwie habe ich das Gefühl, die Story-Schreiber versuchen auf jeden Fall klar zu stellen, dass Raj der unfähigste der drei ist, wenn es um Frauen und Beziehungen geht. Dazu muss seine Rolle permanent hinter den Entwicklungen der anderen zurückbleiben: 

  1. Er ist nach wie vor nur Howards Anhang.
  2. Er verliebt sich in die Partnerinnen seiner Freunde, bleibt aber der einzige ohne Partnerin.
  3. Er macht die Hündin Cinnamon zu seiner emotionalen Lebensgefährtin.
  4. Er beginnt eine Beziehung mit einer Sozial-Phobikerin, die zu nichts führt.
  5. Er hat seine erste ernstzunehmende Beziehung mit Emily, die ihn absolut verstört, aber hey: Eine Beziehung ist ja besser als keine Beziehung. Haben die anderen schon in den ersten Staffeln gelernt. 

Hin und wieder erlauben sie Raj seinen beißenden Humor oder die Rolle des einfühlsamen Freundes – aber es bleibt der bittere Beigeschmack, dass er eigentlich nicht zeigen darf, wie großartig er ist. Schade.

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Bernadette und Howard nerven nur noch

Wenn wieder einmal Streit darüber ausbricht, dass Howard Bernadettes Geld ausgibt und sie neben ihrem Job auch noch den Haushalt schmeißt, möchte ich am liebsten den Laptop anzünden. Ja, wir haben es verstanden: Howard ist ein Muttersöhnchen. 

Aber warum darf Bernadette ihn nicht rausschmeißen? Oder ihn zwingen, sich um seinen eigenen Krempel zu kümmern? Das einzige, was ihr zusteht, sind bissige Kommentare und eine mütterliche Miene zum bösen Spiel. 

Ich warte jedenfalls sehnsüchtig auf die Episode, in der sie ihn endlich mit einem Haushaltsgegenstand aus dem Haus seiner Mutter scheucht, um für den Rest ihres Lebens eine dufte Zeit zu haben. 

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Stuart erhält den Stereotyp Nerd am Leben 

Das schöne an Big Bang Theory war, dass die Serie das Potenzial hatte, hinter die Klischees über Nerds zu blicken: Männer, die toll, attraktiv, liebevoll und spannend sind – egal, was andere über sie denken. 

Dieser Versuch ist gescheitert. Und zwar spätestens, seit die positiven Entwicklungen der Freunde durch Stuarts Leben wieder aufgehoben werden. Nun muss der arme Comicbuchhändler für jeden „Nerds sind creepy und keiner kann sie lieben“ Witz herhalten. 

Ist es für die Produzenten tatsächlich so unvorstellbar, dass man Comicbücher lieben und trotzdem ein Sozialleben haben kann? 

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Shamy – wer sich treu bleibt, ist uncool

Die einzigen beiden Figuren, die sich nur widerwillig verändern, sind Sheldon und Amy. 

Sheldon ist inzwischen zwar um einiges umgänglicher geworden, als in der ersten Staffel. Aber auch nicht so sehr, dass er sich nahtlos in die Reihe seiner Freunde einfügt.

Amy blüht durch ihre Freundschaften in der Clique auf, fängt aber trotzdem nicht an, sich den Mode-Tipps der Mädels zu unterwerfen, oder sich an den immer wiederkehrenden Witzen über Sheldon zu beteiligen. 

Auf ihre Art scheinen die beiden eine wirkliche Beziehung mit Höhen und Tiefen zu führen – auch, wenn die anderen Figuren das immer wieder in Frage stellen und ins Lächerliche ziehen. Ich finde Shamy jedenfalls großartig! 

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Fazit 

Witze, die mittlerweile so abgenutzt sind, dass jeder die Pointe schon vorher kennt. 

Figuren, die sich nicht weiter entwickeln und in ungesunden Partnerschaften festhängen. 

Fans, die feiern, dass Sheldon und Amy in der neunten Staffel endlich im Bett landeten. 

Sorry, aber bei aller Liebe bin ich jetzt einfach raus. 

Trotzdem war es eine schöne Idee, Nerd-Kultur zumindest ein bisschen mehr im Mainstream zu etablieren und vielleicht wird die Serie ja Vorbild für bessere in den kommenden Jahren. 

Auf jeden Fall wird mindestens eine wundervolle Erinnerung immer bleiben: BAZINGA! 

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Erkläre deinen Freunden, warum Big Bang leider nicht mehr geil ist.

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Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Couching, in dem sich alles um Serien, Filme, Games und dein geliebtes Sofa dreht! So wie in diesen Artikeln: